Zeltlager 2026

Sommerzeit ist Zeltlagerzeit und so trafen sich auch in diesem Jahr wieder über 50 Kinder sowie unzählige Betreuer und Helfer um vom 11-18.7.2026 gemeinsam eine Woche am Heiligensee zu verbringen.

Aber bekommen wir die überhaupt alle unter? Wurde doch die Lieferung der gemieteten Zelte kurzfristig abgesagt. Natürlich kein Problem für uns. Spontan wurde umgeplant und umgebaut sodass jedes Kind einen bequemen Schlafplatz im Zelt fand. Wer hingegen lieber unter dem Sternenzelt schlafen wollte, konnte eine Nacht auf dem Trampolin verbringen.

Aber wir waren ja nicht nur zum Schlafen da, sondern für das Programm voller Spiel, Sport und Bastelmöglichkeiten. Los ging es wieder mit dem sonst für uns so untypischen Klamottenschwimmen. Stilechter war dagegen das nackt-Nachtschwimmen.
Aber auch auf dem Wasser ging es wieder heiß her. Denn beim diesjährigen SUP-Rennen wurde wieder gepaddelt, was das Zeug hält. Auch wenn manch Paddel oder Paddler über Bord ging.

Sportlich ging es auch an Land weiter. Dort wurde Yoga gemacht, Fuß-, Volley- und Basketball gespielt und natürlich wieder gelaufen. Letzteres meist ums Feld und je nach Alter 8-60 Minuten lang. Denn auch in diesem Jahr wurden wieder fleißig Sportabzeichen abgelegt. Also wurde gesprintet, geschwommen, geworfen, gesprungen und neuerdings auch über die Koordinationsleiter „getanzt“.
Wobei Tanzen ein gutes Stichwort ist. Das gehört einfach zum Zeltlager dazu und wird natürlich auch bei der Abschlussveranstaltung vorgeführt. Ergänzt wurden die Klassiker durch Beiträge der Samstagstanzgruppe und einer Choreografie die gemeinsam mit den Kindern entwickelt wurde. Hier durfte jeder seine eigenen Schritte, Bewegungen oder akrobatischen Elemente einfließen lassen. Und wer keine Lust auf Tanzen hatte, konnte die Zeit zum Basteln nutzen.
Dieses Jahr standen hier wieder neben Steinen schnitzen und bemalen auch Armbänder knüpfen oder Papierblumenfalten auf dem Plan. Alternativ konnte Papier von Hand geschöpft oder Insektenhotels gebaut werden. Auch wenn in diese bisher noch niemand eingezogen ist, ist das Gelände von zahlreichen Tierarten bevölkert. Egal ob Fuchs oder Fledermaus bei den Naturrundgängen konnte viel über die heimische Tier- und Pflanzenwelt am Heiligensee gelernt werden.
Das jedoch nicht jedes Tier hier ursprünglich heimisch ist zeigt sich am Beispiel der Grundel. Während des Angelworkshops wurden über 60 dieser invasiven Fische gefangen, ausgenommen und zubereitet. Genug, damit jeder der wollte einmal probieren konnte.
Aber keine Sorge die Kinder und Jugendlichen mussten nicht jede ihrer Mahlzeiten selbst fangen. Sie wurden rundum mit Frühstück, Mittag, Abendessen, Kuchen, Eis und Obst versorgt. Wer wollte durfte aber bei der Zubereitung helfen.
Insbesondere im Rahmen des Kochworkshops. Hier wurden fleißig Gemüse geschnippelt, Soßen angerührt und Fleisch, Käse sowie vegane Alternativen gebraten, bis alles für leckere Wraps bereitstand.
Ein anderer Workshop widmete sich dagegen dem Schutz und der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen bezüglich sexueller Gewalt. Nachdem dieser im letzten Jahr bereits für die Mädchen angeboten wurde, waren dieses Mal die Jungen ab 10 Jahren dazu eingeladen.
Eines der Highlights des Zeltlagers ist immer der Ausflug, und Mensch war da der Unmut groß, als bekannt wurde, dass es dieses Jahr nicht in die Trampolinhalle oder den Kletterwald geht, sondern in ein Museum. Glücklicherweise ist das Spektrum nicht irgendein Museum, sondern ein Mitmachtmuseum, und so konnten die Kinder mit vielen kleinen interaktiven Versuchen in die Welt der Physik eintauchen.
Zurück auf dem Gelände wurde weiter, wie verrückt Pokémon gespielt, was natürlich wieder in einem großen Turnier gipfelte. Hier konnte sich dieses Mal sogar einer der Betreuer durchsetzen, gab sich aber bescheiden, wie er ist mit Ruhm und Ehre statt Boosterpacks als Preis zufrieden.
Zeitgleich glühten an den Nachbartischen die Schachbretter und es wurde Zug für Zug überlegt, abgewogen und taktiert, bis es Matt stand. In diesem Rahmen haben auch drei Teilnehmerinnen die Prüfung fürs Turmdiplom abgelegt.
Einer Prüfung der sich jedoch alle Kinder und Jugendlichen stellen mussten war das Stapeln der Riesenschachfiguren. Dies war eine der 10 Aufgaben, denen sie sich in Kleingruppen beim Stationsspiel stellen mussten. Rekordhalter war hier Team „Pokémon“ (nicht die „Schachfigurenstapler“) mit 15 Figuren. An den anderen Stationen musste gezielt geworfen oder gespritzt, Wasser und Lava überwunden, durch ein Netz gekrochen oder Bilder gepuzzelt werden. Dabei gewann „Team 9“ zwar keinen Preis für den kreativsten Teamnamen, konnten sich aber trotzdem gegen die anderen durchsetzen.
Actionreich ging es auch bei den Geländespielen zu. Neben „Zombieball“, „Stratego“ und dem klassischen „Capture the flag“ gab es von letzterem auch eine feucht-fröhliche Version mit Wasserspritzen, bei der niemand trocken blieb.
Etwas besinnlicher war es dagegen abends am Lagerfeuer. Hier entführte uns eine Geschichtenerzählerin in die Märchenwelt Koreas, bevor es für einige noch auf Werwolfjagd ging. Doch als während „das Dorf schläft“ die Augenlider immer schwerer wurden ging es auch für die letzten ins Zelt.
Aber auch die anderen Abende boten ein abwechslungsreiches Programm. So konnte wieder aus voller Kehle Karaoke gesungen oder bei der Party getanzt werden, was das Zeug hält.
Im Zeltlagerkino lief dieses Jahr „Alles steht Kopf“ und den Eindruck hatte man auch in der Snackpause, glich diese doch eher einer Raubtierfütterung.
Aber gerade dieses breite Programm und die Mischung aus Action, Lebensfreude und Chaos ist das, was für mich dieses Zeltlager ausmacht. Und so ist es immer etwas schade, wenn es wieder Samstag ist und die Eltern zum Abbauen kommen. Klar sind die Burger ein Highlight und auch die Abschlussveranstaltung ist immer sehr schön, aber dann sind alle weg und es wird ungewohnt ruhig auf dem Gelände.
Aber keine Sorge das nächste Zeltlager kommt. Wann?
Na, wie immer in der ersten Woche der Sommerferien also vom 3‑10.7.2027.
Wir sehen uns. Jonathan